Laptop aufklappen und los geht’s: Jeder von uns hat eine ungefähre Vorstellung davon, was ein Online-Studium ist. Doch was genau die digitale Lehre ausmacht und was sie für Studierende und Lehrende der SRH Fernhochschule – The Mobile University bedeutet, wollen wir uns heute einmal näher ansehen. Wir haben dazu unsere Master-Studentin Katja und Fachdozentin Frauke Remmers befragt.

Frau Remmers, Sie setzen sich in Ihrer Forschung und Lehre intensiv mit digitalen Lehr- und Lernformaten auseinander und Sie erleben und gestalten als Fachdozentin der SRH Fernhochschule den Online-Unterricht täglich mit. Wie genau sieht die digitale Lehre an der Mobile University aus?

Remmers: Digitales Arbeiten in Form von Lehre und Lernen ist das Kerngeschäft einer Fernhochschule. Wo Präsenzuniversitäten gerade am Anfang der Digitalisierung stehen, können wir als Fernhochschule auf ein jahrelang erprobtes System zurückgreifen. Der Schwerpunkt unseres Mobile-Learning-Konzeptes liegt auf einem breiten Spektrum an Online-Angeboten; Präsenzveranstaltungen werden als Ergänzung zum digitalen Unterricht gesehen.

Das zentrale Element in der Lehre ist dabei natürlich die Online-Vorlesung. Jede*r Professor*in und Dozent*in hat pro Modul ein virtuelles Klassenzimmer, das der Studierende über einen Zugangslink betreten kann. Dort referiert die/der Lehrende live per Video und einer Folienpräsentation. Über Mikrofon oder die Chatfunktion haben die Studierenden die Möglichkeit, sich bei Fragen direkt mit dem/der Dozent*in auszutauschen. Für alle, die an der Vorlesung nicht teilnehmen können, wird diese aufgezeichnet und kann zu einem späteren Zeitpunkt im Online-Campus abgerufen werden.

Wichtiger Bestandteil der Online-Lehre sind außerdem die Online-Sprechstunden, die auch im virtuellen Klassenzimmer abgehalten werden und für einen engen fachlichen und persönlichen Austausch zwischen Professor*innen und Studierenden sorgen.

Für die maximale Flexibilität unserer Studierenden haben wir in den vergangenen Jahren die Prüfungen digitalisiert, sodass auch unsere Prüfungsleistungen online erbracht werden können – unter anderem die Klausuren, die über ein spezielles System online von jedem Ort der Welt und zu jedem Zeitpunkt am Tag abgelegt werden können. Das ist für Studierende, die beispielsweise im Ausland leben oder während der aktuellen Corona-Pandemie eine enorme Erleichterung.

Katja, wie erlebst du die Online-Lehre in deinem Studienalltag? Wie nutzt du die Angebote der Hochschule?

Katja: Der größte Vorteil am digitalen Lernen ist für mich, dass ich das Studium perfekt in meinen persönlichen und beruflichen Alltag integrieren kann. Ich besuche die Online-Vorlesungen am liebsten live, aber wenn ich es einmal nicht rechtzeitig aus dem Büro schaffe, kann ich mir die Aufzeichnungen einfach zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Online-Campus ansehen. Generell finde ich es gut, die Studieninhalte so abzuarbeiten, wie mir gerade danach ist. Habe ich mal wenig Zeit, dann lerne ich eben nur in kleinen Häppchen. Aber manchmal kann ich mir ein ganzes Wochenende freischaufeln und richtig viel wegschaffen. Ich kann also mein Lerntempo ganz individuell festlegen.

Außerdem schätze ich die ergänzenden Studienmaterialien zusätzlich zu den Studienbriefen und Vorlesungen. In Podcasts zum Beispiel werden einzelne Themen aus den Studienbriefen herausgegriffen und anhand von Praxisbeispielen veranschaulicht. Oder mit den E-Learning-Einheiten kann ich meinen aktuellen Wissensstand testen und herausfinden, wo ich ein bisschen „nacharbeiten“ muss.

Remmers: Genau, die Lernmaterialien werden von uns Dozent*innen und Professor*innen gemeinsam mit unserem „Digital-Learning-Media“-Team erstellt und ergänzen die Online-Lehrformate perfekt. Wir sind ständig dabei, diese Angebote weiterzuentwickeln und auszubauen, beispielsweise mit der aktuellen Brainfood-Videoreihe oder auch Online-Seminaren verschiedener Kooperationspartner. So bieten wir unseren Studierenden unter anderem die Teilnahme an Fachtagungen wie dem „Digital Marketing Day“ oder dem „BGM-Kongress“ an und halten regelmäßig Vorträge bei unserem Kooperationspartner XING.

Apropos Weiterentwicklung: Auch die Online-Lehre wird stetig ausgebaut. Wie soll sich das Angebot in Zukunft weiterentwickeln?

Remmers: Gerade die Angebote, die aktuell noch hauptsächlich als freiwillige Präsenzformate angeboten werden, sollen perspektivisch auch digital möglich sein. Seien es Studientage, Seminare oder Workshops. Wir wollen von der Top-Down-Lehre zu mehr Interaktivität, von der örtlichen und zeitlichen Abhängigkeit zu noch mehr Flexibilität und Freiheit im Studienablauf. Das betrifft auch die mündlichen Prüfungen und Kolloquien, also die mündlichen Abschlussprüfungen. Hier konnten wir schon sehr gute Erfahrungen mit ersten Studierenden und Absolvent*innen sammeln, die ihre mündliche (Abschluss)Prüfung virtuell abgelegt haben. Diese erleichtern zum einen unsere interne Logistik, zum anderen sind die Prüflinge so deutlich flexibler, gerade wenn sie im Ausland studieren.

Katja: Mir als Studentin kommt das wirklich sehr zugute – nicht nur was die Flexibilität angeht, sondern auch im Hinblick auf mein Berufsleben. Da ich mir im Studium schon umfassende Technik-Skills z.B. im Rahmen von mündlichen Online-Prüfung aneigne, fällt es mir auch im Beruf leichter, virtuell zu kommunizieren und mich in virtuellen Umgebungen zurecht zu finden. Das ist in meinen Augen ein großer Pluspunkt meines Online-Studiums.

Was ist für den weiteren Ausbau der Online-Angebote nötig?

Remmers: Vieles ist problemlos möglich und auch schon in der Erprobung. So gab es bereits einzelne digitale Studientage. Dennoch ist es wichtig, diesen Prozess gut vorzubereiten und Studierende und Lehrende dabei zu begleiten. Denn die technischen Voraussetzungen herzustellen oder den Datenschutz zu gewährleisten ist das eine. Das andere ist, dass Lehrende und Studierende erst einmal einen routinierten und kompetenten Umgang mit der Software, den relevanten Plattformen etc. erlernen müssen; denn gerade in Prüfungssituationen bedeutet der Umgang mit der Technik zusätzlichen Stress. Außerdem verändert sich auch die Kommunikation maßgeblich. Lehrende stehen vor der Herausforderung, die Technik störungsfrei zu steuern und gleichzeitig ihre Inhalte anschaulich zu transportieren. Studierende müssen sich daran gewöhnen, sich digital mit Mikrofon und Kamera zu präsentieren und virtuell in Gruppen zusammen zu arbeiten.

Wir sind in meinen Augen auf einem sehr guten Weg, diese Entwicklung gemeinsam nachhaltig umzusetzen. Und wir Lehrenden erhalten für die Umsetzung neuer, kreativer Konzepte und Ideen umfassende Unterstützung von unserer Hochschulleitung. Das erleichtert unsere Arbeit natürlich enorm!